Besuch in Bayern

Liebe Kollegen und Kolleginnen,

auf Einladung der Bioland Beratung durch Christian Landzettel sind Hinrich Alvermann aus Munster und ich zu einem Treffen nach Bayern gefahren um die Situation auf den Höfen hier im Norden zu erläutern und mehr über die tatsächlichen Mengen in Bayern zu erfahren.
Die Landwirte aus der Region treffen sich mit einer Sommerpause von 2 Monaten alle 4 Wochen mit ihrem Berater Christian Landzettel und tauschen Informationen zum Thema Kartoffeln aus.
Für uns stellt sich die Situation nach diesem Gespräch, bei dem Preise und Marktanalyse das Hauptthema war, wie folgt dar :

  • Die meisten Landwirte waren überrascht, dass es ein derart starkes Nord-Südgefälle gibt und konnten zum Teil nicht glauben, dass ein Landwirt sogar  von der schlechtesten Ernte seit 20 Jahren gesprochen hat. So konnten wir glaubhaft darstellen, dass es im Norden eine ehr geringe bis durchschnittliche Menge an vermarktbarer Ware geben wird.  Ein Landwirt meinte dazu, wenn diese Informationen schon vor 4 Wochen bekannt gewesen wären, dann wären einiges anders gelaufen.
  • Nachdem alle Landwirte eine Einschätzung ihrer Ernte gegeben hatten, haben auch wir gestaunt. Bis auf einen Landwirt war die durchgängige Aussage, sehr unterschiedliche Erträge von 15t-50t/ha, aber insgesamt nicht mehr vermarktbare Ware als im vergangenen Jahr! Bis auf Erwinia sind auch hier die bekannten  Probleme, wie Übergrößen, Spaltigkeit usw.,  aufgetreten.
  • Es gibt noch Partien, besonders aus dem Frühbereich , die möglichst bald vermarktet werden müssen und damit auch ein Problem darstellen. Die Lagerkapazitäten sind erschöpft, teilweise wurde Ware auch nicht frostsicher untergebracht und muss in den nächsten 2-3 Wochen weg. Angaben zu Mengen wurden nur vereinzelt gemacht. Hier müssen wir  noch einmal auf die Vermarkter zugehen.

Nach Einschätzung von Hinrich und mir war der Besuch sehr positiv für alle . Wir müssen noch mehr zusammen arbeiten, schon viel früher eine unabhängige Person losschicken, um zu Beginn der Saison eine möglichst gute Ernteeinschätzung zu haben. So lange wir Kartoffeln anbauen, hat es noch nie so große Unterschiede in den Erntemengen bei Frühware und bei Lagerware gegeben und das ist das Hauptproblem: Frühkartoffeln in Mengen und fast immer sehr guter Qualität, die immer noch nicht abverkauft sind und so den Preis kaputt machen. Und jetzt Lagerware mit mittleren Erträgen, aber Qualitätseinbußen, die einen deutlich höheren Preis erzielen müssen.

Liebe Grüße
Monika Tietke

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