Presseerklärung zur Kampagne. Bio Kartoffeln von hier-300 Tage im Jahr

zur Internationalen Grünen Woche in Berlin

Bio-Kartoffeln von hier sind Klimaschützer und schmecken auch besser

Der Bio Kartoffel Erzeuger e. V. macht sich bei Handel und Verbrauchern für deutsche Bio-Kartoffeln stark

TREBEL, 20. Januar 2012. Der im August 2010 neu gegründete Verein „Bio Kartoffel Erzeuger e. V.“ macht sich bei Handel und Verbrauchern für heimische Bio-Kartoffeln stark. „Hier in Deutschland angebaute Bio-Kartoffeln sind besonders klimaschonend und können mit einer transparenten Herkunft punkten“, so Monika Tietke, Bio-Bäuerin und Geschäftsführerin des Bio Kartoffel Erzeuger e. V.

Unter dem Motto „Bio-Kartoffeln von hier – 300 Tage im Jahr“ bringt der Verein auf der IGW erstmals sein Anliegen in die Öffentlichkeit. Die hiesigen Bio-Kartoffelerzeuger können rund 300 Tage im Jahr qualitativ hochwertige Bio-Kartoffeln an den Handel liefern. Verschiedene Kartoffelsorten, Standorte mit frühem und spätem Vegetationsbeginn sowie eine ausgefeilte Lagertechnik machen dies von Ende Juni bis in die letzten Apriltage des Folgejahres möglich. „Und trotzdem liegen manchmal schon Ende Februar die ersten Bio-Frühkartoffeln aus Ägypten oder Israel in den Regalen, vor allem im Lebensmitteleinzelhandel (LEH), aber auch im Naturkostfachhandel. Das ist für uns ein Riesenärgernis und für manche Bio-Betriebe regelrecht existenzbedrohend“, macht Monika Tietke ihrem Unmut Luft. „Außerdem haben Bio-Kartoffeln aus Übersee nur wenig mit unserer Grundidee einer ökologischen und regionalen Lebensmittelwirtschaft zu tun“, ergänzt Christoph Schäfer, Bio-Landwirt aus Niedersachsen und Vorsitzender des Vereins.
Diese Einschätzung wird belegt durch die Ergebnisse von Treibhausgasbilanzen. Denen zufolge haben im April auf den Markt gebrachte heimische Bio-Kartoffeln trotz Lagerung die bessere Treibhausgasbilanz als ägyptische, israelische oder spanische Ware. In Israel und ganz besonders in Ägypten entstehen Treibhausgasemissionen durch die für den Bio-Kartoffelanbau erforderliche hohe Bewässerung. Aufgrund dessen schneiden die in Israel angebauten Bio-Kartoffeln insgesamt mit der höchsten CO2-Belastung ab. Zudem ist es als problematisch einzuschätzen, dass dort auch so genanntes fossiles Wasser für die Bewässerung verwendet wird. Dieses sehr saubere Wasser würde dringend für den menschlichen Konsum benötigt und verschlechtert so die Ökobilanz deutlich, Ägypten mit 428l/kg und Israel mit durchschnittlich 203l/kg stehen an der Spitze im Wasserverbrauch zur Feldberegnung.
„Wie nachhaltig ein Anbausystem ist, hängt von vielen Faktoren ab,“ so Max Kainz. Der engagierte Bio-Bauer ist zugleich Wissenschaftler an der Technischen Universität München, wo er sich mit Nachhaltigkeitsfragen zur Landwirtschaft befasst. „Die hiesigen Bio-Kartoffelanbauer sind meist Verbänden des ökologischen Landbaus angeschlossen und müssen entsprechend hohe Standards erfüllen. Das wirkt sich insgesamt positiv auf die Umwelt und natürlich auch auf die erzeugten Bio-Kartoffeln aus“.
Und was nicht zuletzt für Bio-Kartoffeln von hier spricht: Einige Kartoffelsorten ‑ wie die beliebte Linda oder Ditta ‑ entwickeln erst mit der Lagerung ihr volles Aroma. Ab Weihnachten ist ihr Geschmack optimal und dem der importierten Frühkartoffeln meist deutlich überlegen.

Wissenswertes zum Bio-Kartoffelmarkt
Die deutschen Bio-Bauern sind Spitzenreiter beim Anbau von Bio-Kartoffeln in der EU: 2010 betrug die Anbaufläche insgesamt 8.250 Hektar. Auf dem ganz überwiegenden Teil der Fläche (7.450 ha in 2010) werden Speisekartoffeln für den Frischmarkt produziert[1]. Convenience-Produkte wie Pommes Frites oder Chips haben im Bio-Markt keine große Bedeutung, da Bio-Käufer tendenziell eine gesündere Ernährungsweise praktizieren und lieber zu Frischkartoffeln als zu Fertigprodukten greifen.
Eingekauft werden Bio-Kartoffeln inzwischen vor allem im Supermarkt und beim Discounter. Im Jahr 2010 wurden 80 Prozent der Bio-Kartoffeln von den Konsumenten im LEH inklusive Discount erworben; allein auf die Discounter entfiel in dem Jahr ein Marktanteil von 59 Prozent. Der Marktanteil des Naturkostfachhandels lag bei 9 Prozent, während der Direkteinkauf auf den Hof acht Prozent ausmachte, 4 Prozent entfielen auf sonstige Einkaufsstätten.

Termine des Bio Kartoffel Erzeuger e. V. auf der IGW
Max Kainz, Vortrag mit Verkostung
Sonntag, 22.01.2012 um 15:45 Uhr auf der Bühne der Bio-Halle 6.2a
Montag, 23.01.2012 um 10:30 Uhr auf der Bühne der Bio-Halle 6.2a
Montag, 23.01.2012 um 15.45 Uhr auf der Bühne der Bio-Halle 6.2a

Pressegespräch „Bio Kartoffeln von hier ‑ 300 Tage im Jahr“
Montag, 23.01.2012 um 13:00 Uhr im Pressezentrum Halle 6.3B

Christoph Schäfer, Max Kainz und Monika Tietke stehen Ihnen an den genannten Tagen gerne für Gespräche zur Verfügung.

Über den Bio Kartoffel Erzeuger e. V.
Der Verein wurde im August 2010 gegründet und hat seinen Sitz in Güstritz, das im niedersächsischen Landkreis Lüchow-Dannenberg liegt. Die Geschäftsführerin Monika Tietke ist selbst Landwirtin und bewirtschaftet mit ihrem Mann seit über 30 Jahren einen 114 Hektar großen Betrieb nach Naturland-Richtlinien. Zum Verein gehören aktuell 73 Bio-Landwirte im gesamten Bundesgebiet, die alle Kartoffel-Profis sind und bereits seit vielen Jahren auch in größerem Umfang Bio-Kartoffeln anbauen. Die Mitglieder des Bio Kartoffel Erzeuger e. V. decken schätzungsweise 20 bis 25 Prozent der Anbaufläche von Bio-Kartoffeln in Deutschland ab.
Ansprechpartner
Monika Tietke, Geschäftsführerin des Bio Kartoffel Erzeuger e.V.
Gross Breese Nr. 3, 29494 Trebel
Telefon:  05848 . 12 99, Fax:  05848 . 12 69
Mobil:  0160 . 783 02 68
E-Mail-Adresse: m.tietke@bke-verein.de

Max Kainz, stellvertretender Vorsitzender
Ökoland Rinderhof GbR
Rinderhof, 86529 Schrobenhausen
Mobil:  0171 . 425 38 79
Fax:  08441 . 78 95 59
E-Mail-Adresse: kainz@wzw.tum.de 

Christoph Schäfer, 1. Vorsitzender
Schwarzer Weg 1A, 29462 Güstritz
Telefon:  05843 . 972 11 07
Mobil:  0171 2284544
E-Mail-Adresse: ch.schaefer@bke-verein.de



Quelle für Angaben in diesem Abschnitt: AMI Marktbilanz Öko-Landbau 2011 und Vereinigung deutscher Gewässerschutz

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