Rauhe Schale – Guter Kern

Presseerklärung : Kartoffelimporte 
27.03.2012

Deutsche Biolandwirte sind entsetzt.

Nach einer sehr schwierigen Kartoffelsaison mit niedrigen Preisen, stellt jetzt der Handel frühzeitig auf Importware aus Ägypten und Israel um, obwohl noch ausreichend gute Ware von hier im Lager liegt.
In vielen Geschäften kann jetzt der Verbrauer oder die Verbraucherin sich zwischen Bio Katoffeln aus Ägypten oder Israel und konventionellern regionalen Knollen entscheiden, eine Wahl, die keine ist. Wer regionale Bioware sucht, tut sich schwer.
Gerade vor dem Hintergrund der Kampage des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucher ist das nicht nachzuvollziehen. Bundesministerin Ilse Aigner startet gerade heute eine Internetseite www.zugutfuerdietonne.de.

Das trifft in jedem Fall auch für deutsche Bio Katoffeln zu !

Der Anbau von Kartoffeln ist nicht nur sehr arbeitsaufwändig, auch viel Kapitaleinsatz gehört dazu, wenn man bis in den Mai oder Juni gute Ware liefern will. Diese Vorleistung haben viele Bio-Kartoffelerzeuger getätigt.
„Unsere Erzeuger sind wütend, wir haben ein gutes Produkt und müssen es jetzt entsorgen, weil der Handel schon in vielen Geschäften nur noch ägyptische und israelische Bio Kartoffeln gelistet hat.“, sagt Monika Tietke, Geschäftsführerin vom Bio Kartoffel Erzeuger e.V. 
In dieser Situation müssen wir uns fragen: Was ist Nachhaltigkeit?- Was bedeutet es, wenn man Lebensmittel liebt?- Wo ist die Verantwortung für die Umwelt?- Und – dieser Punkt ist uns auch wichtig – wie gehen wir mit Ressourcen in anderen Ländern um?
Das Jahr 2012 ist Jahr des Wassers. Fast eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwassser, die Zahl der gewalttätigen Konflikte um Trinkwasser nimmt jedes Jahr zu. 
Vor diesem Hintergrund ist es in keiner Weise nachvollziehbar, dass in Ägypten oder Israel, teilweise direkt in der Wüste, unter hohen Bewässerungsaufwand, Kartoffeln für den Export angebaut werden. 
Und diese Kartoffeln verdrängen die heimischen Bio Kartoffel aus den Regalen, nur, weil sie schöner und glatter aussehen.
Dabei gibt es eine Vielzahl von Untersuchungen, die belegen, dass die in den Lägern gereiften Kartoffeln nicht nur besser schmecken, sondern auch weniger Nitrat enthalten und einen höheren VitaminC Gehalt haben. Punkten kann die Importware nur mit einer meist glatten und hellen Schale – die Entscheidung fällt zwischen Geschmack und ernährungsphysiologischen Qualitäten bei der Bio Kartoffel von hier und der Optik bei den importierten Knollen.
 Die Handelskette tegut macht es vor, dass es auch anders geht: sie hat das ganze Jahr über heimische Kartoffeln im Angebot. Gut für tegut, die Landwirte, die Verbraucher und die Umwelt. 
 „Wir könnne nur an die Kunden und Kundinnen appellieren, lassen Sie die Importware im Regal liegen und fragen Sie nach heimischen Bio Kartoffeln, es gibt sie noch. Bei mir im Lager liegen noch mehrere 100t gute Ware, die ich dann auf den Mist kippen kann. Und ich bin nicht der einzige,“ meint dazu Bernhard Ruile, Bioland Landwirt aus Bayern.

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