Schwedenreise

Einige unserer Mitglieder waren in Schweden um sich dort über den Kartoffelanbau zu informieren

Kartoffelanbau-Exkursion nach Schweden mit Folgen

Die Bioland Beratung – mit Sitz in Bayern – organisierte  wieder eine Fach-Exkursion für Kartoffelanbauer. In diesem Jahr ging die Reise in der Zeit vom 29.06. – 03.07.2011 nach Schweden und es durften auch 4 Leute aus dem Norden mit den Bayern verreisen. 

Zur Einstimmung in die Exkursion besuchten wir die größte Landwirtschaftsmesse in Schweden: eine Kombination aus Feldtagen mit Kulturen und Maschinenvorführung sowie Maschinenausstellung mit neuartiger Technik der Beikrautregulierung im Öko-Anbau.
Eine der gezeigten Maschinen, die Beikräuter aus dem Kulturbestand reihenunabhängig herausschneidet, wird demnächst an einer deutschen Uni getestet – mal sehen, ob wir das Gerät dann hier wiedersehen. 

Einen Kartoffelsortenversuch in Südschweden (Schonen), besichtigten wir am zweiten Tag. Er wird von einer Beratungsorganisation betreut, die sowohl Bio- als auch konventionelle Betriebe betreut.
Uns bekannte Sorten wie Sava oder Solist sind auch in Schweden beliebt. King Edward oder andere „Exoten“ machen jedoch deutlich, dass Fleischfarbe und Kocheigenschaften dort anders bewertet werden.

Die Anbaubedingungen in Südschweden mit klimatisch bedingter später Pflanzung auf sandigen, teilweise humosen Böden, die beregnet werden, waren dieses Jahr, wie bei uns, durch eine ausgeprägte Frühjahrstrockenheit gekennzeichnet. Die Probleme mit Rizoctonia, Krautfäule – ohne Kupfereinsatz, da in Schweden generell nicht zugelassen – und Wurmfraß unterscheiden sich kaum von unseren eigenen.

Auf einem Betrieb, der auch Öko-Pflanzkaroffeln vermehrt, den wir zum Schluss unserer Rundreise besuchten, werden Fragestellungen dazu durch die Uni Stockholm wissenschaftlich begleitet, wie uns Mitarbeitet und der eigens angereiste Professor erklärten.

Die Ertragsauswirkungen von Tiefenlockerung bei dicht gelagerten Sandböden in Kartoffel- und Gemüsebeständen wurden uns auf einem konventionell wirtschaftenden Betrieb vorgestellt, sodass wir Anregungen zur Pflugsohlenproblematik auf unseren eigenen Betrieben bekamen.

 

Im Küstengebiet besichtigten wir einen Bio-Kartoffel-und Gemüsebaubetrieb, der selbst abpackt. Bewundernswert war, wie in einer relativ kleinen Halle mit viel Basteleinsatz Wasch-, Sortier- und Abpackeinrichtungen untergebracht waren. Ebenso fand der vielfältige Maschinenpark großes Interesse.

 

Begleitet wurden wir meistens von Fachberaterinnen der Beratungsorganisation, die versuchten, uns den Ökoanbau  des Anbauverbandes   näher zubringen. Diskussionsstoff  lieferte die Zweigleisigkeit der Beratung, die öko und konventionell berät, sowie der bleibende Eindruck, dass der ökologische Anbau in Schweden sehr pragmatisch als ideologiefreie alternative Produktionsweise betrieben wird.

 

Die freundliche Aufnahme auf den Betrieben, die engagierten Beraterinnen und die gute Organisation von Christian Landzettel trugen zum Erfolg dieser Exkursion bei.

HERZLICHEN DANK DAFÜR! 

Nachsatz: Wir waren eine sehr gute Reisegruppe. Lustig war, dass wir uns in jeder Stadt abends nach dem Essen ohne Verabredung wieder getroffen haben.  Es schien in jeder schwedischen Stadt nur so von deutschen Biobauern zu wimmeln.

Zum Abschied erhielten wir (aus dem Norden) die Einladung, die „Bayern“ und ihre Betriebe zu besuchen.  Und das wird geschehen!

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